Schimmel vermeiden im Duisburger Altbau & Bestandsbau
Mit dem Beginn der Heizperiode steigt in vielen Wohnungen im Ruhrgebiet das Risiko für feuchte Wände. Besonders in Duisburg trifft man häufig auf zwei Baualtersklassen: ungedämmte Altbauten aus der Vorkriegszeit oder den 1950er-Jahren sowie nachträglich teilsanierte Gebäude. Beide Gebäudetypen haben physikalische Besonderheiten, die ohne das richtige Wissen schnell zu Schimmel führen.
Der physikalische Auslöser: Der Taupunkt an der Wand
Schimmel entsteht nicht durch „schlechte Luft“, sondern durch flüssiges Wasser auf Oberflächen. Wenn warme Raumluft abgekühlt wird, kann sie weniger Feuchtigkeit speichern. Die überschüssige Feuchtigkeit schlägt sich an der kältesten Stelle des Raumes als Kondensat nieder – dem sogenannten Taupunkt.
In ungedämmten Außenwänden liegt die Oberflächentemperatur im Winter oft bei unter 12 °C. Liegt die Raumluftfeuchtigkeit bei 60 % und die Raumtemperatur bei 20 °C, fällt an genau diesen kalten Wandbereichen Feuchtigkeit aus – der perfekte Nährboden für Schimmelsporen.
Zwei typische Schwachstellen in hiesigen Wohnungen
- Die „Fallen-Sanierung“ (Neue Fenster, alte Wand):
In vielen Bestandsgebäuden wurden in den letzten Jahren hochdichte Kunststofffenster eingebaut, während die Außenwand ungedämmt blieb. Früher entwich die Feuchtigkeit über die undichten Einfach- oder Doppelglasfenster. Heute sind die Fenster dicht, und die kälteste Stelle verlagert sich von der Scheibe direkt auf die Außenwand oder die Fensterlaibung. - Dichte Wandbeläge und synthetische Farben:
Werden Außenwände von innen mit dichten Dispersionsfarben, Vinyltapeten oder Absperrgrund gestrichen, kann die Wand keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen und wieder abgeben. Die Feuchtigkeit bleibt auf der Oberfläche stehen.
Echter Schutz: Materialwahl und Luftzirkulation
- Atmungsaktive Baustoffe verwenden: Bei Innenanstrichen an Außenwänden sollte auf mineralische Systeme wie Silikatfarben oder Kalkputze gesetzt werden. Diese Materialien sind kapillaraktiv, können Feuchtigkeitsspitzen puffern und weisen durch ihren hohen pH-Wert eine natürliche Schutzwirkung gegen Schimmel auf.
- Möbelabstand korrekt bemessen: An Außenwänden muss die Raumluft zirkulieren können, um die Wandfläche warm zu halten. Großflächige Möbelstücke benötigen mindestens 5 bis 10 cm Abstand zur Außenwand; Sockelleisten sollten nicht vollständig verstellt werden.
- Gezieltes Stoßlüften statt Dauerkipp: Gekippte Fenster kühlen den Fenstersturz und die Laibung lokal extrem aus, während kaum Luft ausgetauscht wird. Mehrmaliges Durchlüften für 5 Minuten tauscht die feuchte Luft aus, ohne dass die Bauteile auskühlen.
Wann professionelle Hilfe nötig ist
Wenn Feuchtigkeit nicht durch Kondensation, sondern durch aufsteigende Feuchte im Mauerwerk, defekte Schlagregensicherungen an der Fassade oder unentdeckte Leitungsschäden entsteht, hilft Anpassung des Lüftungsverhaltens nicht mehr. In diesen Fällen muss der Wandaufbau messtechnisch geprüft und die Ursache baulich behoben werden.
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